Grundsatzpapiere

Hamburger Erklärung 2014

Von der Hamburger Tagung 2014, zu der Akteure und Akteurinnen aus dem gesamten System der Kindertagesbetreuung (Vertreterinnen und Vertreter von Trägern und Verbünden (Wohlfahrtsverbände, kommunale Spitzenverbände), Kita-Leitungen, Fachberatungen, Vertreterinnen und Vertreter der Aus-, Fort- und Weiterbildung, der Wissenschaft der Politik auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, Studierende, sowie Mütter und Väter aus Elternvertretungen) kamen und intensiv diskutiert hatten, geht ein deutlicher Impuls für die Weiterentwicklung des Systems der Kindertagesbetreuung in Deutschland aus: Die Hamburger Erklärung



Pressemitteilungen 2017

Pressemitteilung 28.08.2017: Professor_innen fordern Gesetz zur Qualität in der Kindertagesbetreuung

Mehr als 50 Professorinnen und Professoren aus den Bereichen frühkindliche Entwicklung, Bildung und Erziehung fordern die Bundesregierung auf, ein Gesetz zur Verbesserung der Qualität in Kita und Kindertagespflege auf den Weg zu bringen.

„Um allen Kindern unabhängig von Herkunft und Wohnort gleiche Chancen zu ermöglichen, muss jede künftige Bundesregierung sicherstellen, dass auch in finanzschwachen Regionen ein bedarfsgerechter quantitativer und qualitativer Ausbau von Kindertageseinrichtungen und der Kindertagespflege ermöglicht wird.“, heißt es in dem Aufruf. „Es sollte dabei sichergestellt werden, dass die Mittel tatsächlich in der Kindertagesbetreuung und bei den Kindern ankommen.“

Initiiert wurde der Aufruf von Prof. Dr. Susanne Viernickel, Professorin für Frühpädagogik an der Universität Leipzig, Prof. Dr. Rahel Dreyer, stellvertr. Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit (BAG BEK) e.V. und Prof. Dr. Irene Dittrich, Sprecherin des Studiengangstags Pädagogik der Kindheit, welche damit die Initiative des Bündnisses für ein Bundesqualitätsgesetz von AWO, DCV/KTK und GEW unterstützen.
„Quantität allein genügt nicht, wenn wir den Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege ernst nehmen wollen“, sagt Susanne Viernickel. Nur wenn die pädagogische Qualität stimme, profitierten Kinder in ihrer sozialen, emotionalen und kognitiven Entwicklung. „Je schlechter der Personalschlüssel, umso höher ist das Risiko, dass Zuwendung und Bildungsanregung leiden und dass Kinder eben keine angemessene Förderung erfahren“, konstatiert Viernickel. Besonders verletzlich seien hier die unter dreijährigen Kinder.
Rahel Dreyer kritisiert die großen Betreuungsunterschiede zwischen den Bundesländern – vor allem bei den jüngeren Kindern. Sie müssten bundesweit den individuellen Bedürfnissen der Kinder angepasst werden, sagt die Hochschullehrerin: „Nur dann kann sichergestellt werden, dass das Wohlbefinden insbesondere der unter Dreijährigen nicht aus den Augen verloren wird und die, Krippen-Garantie‘ – wie es von der Politik formuliert wird – auch für sie erfüllt wird.“
Irene Dittrich mahnt zudem mehr Forschung zu konkreten Wirkungen pädagogischer Konzepte und Förderprogramme an: „Kein Medikament wird zugelassen, ohne dass es in zahlreichen Forschungsprojekten seine Wirkung belegt und die Nebenwirkungen so gut wie möglich ausgeschlossen wurden. Die lebenslangen Wirkungen pädagogischer Konzepte prüfen wir nicht.“

Nachzulesen ist der Aufruf mit einem Forderungskatalog an die Politik und mit der Liste aller Erstunterzeichnenden in der angehängten Datei.

Aufruf Qualitätsgesetz August 2017

Presserechtliche Verantwortung:
Prof. Dr. Rahel Dreyer
Alice Salomon Hochschule Berlin
Alice-Salomon-Platz 5
12627 Berlin
Tel.: +49 (0) 30 99245-418
Mobil: +49 (0) 176 24891718

Mail: dreyer(at)ash-berlin.eu

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Veröffentlichungen

Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen im Arbeitsfeld Kita: Eine Informationsbroschüre für Anstellungsträger 2017

 

Vor 10 Jahren wurde in Deutschland mit der akademischen Ausbildung von Professionellen für die Arbeitsfelder der Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern begonnen. Heute bieten deutschlandweit über 100 Hochschulen und Universitäten ein Studium zur Kindheitspädagogin bzw. zum Kindheitspädagogen an und inzwischen sind etwa 4000 Absolventinnen und Absolventen in pädagogischen Arbeitsfeldern tätig. Dabei leistet diese neue Berufsgruppe einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Qualität in Kindertageseinrichtungen und zur konzeptionellen Weiterentwicklung der Angebote für Kinder und Familien in den vielfältigen Trägerstrukturen.

Mit der Broschüre "Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen im Arbeitsfeld Kita" möchten wir Anstellungsträgern wichtige Informationen zu den Qualifikationen und beruflichen Einsatzmöglichkeiten dieser neuen akademischen Berufsgruppe zukommen lassen. Die Broschüre wurde erstellt von Prof. Dr. Helga Schneider (KSFH München) in Kooperation mit einer Arbeitsgruppe der BAG-BEK, die aus Vertreterinnen und Vertretern von Trägern, Verbänden, Gewerkschaften und Wissenschaft zusammengesetzt war. Die Broschüre soll dazu beitragen, dass das spezifische Wissen und Können der Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen gezielt in Einrichtungen der Bildung, Betreuung und Erziehung von Kindern sowie für die Fachberatungs- und Fortbildungsstrukturen genutzt werden kann, im Sinne der bestmöglichen Begleitung und Förderung der Kinder sowie Unterstützung von Familien.

 

BAG BEK e. V. (Hrsg.) (2017): Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen im Arbeitsfeld Kita. Eine Informationsbroschüre für Anstellungsträger. München.

 

AG Forschung: Praxisforschung im Dialog entwickeln 2016

Sommer-Himmel, Roswitha; u.a. (2016): Praxisforschung im Dialog entwickeln: widersprüchlich, chancenreich, unverzichtbar? Praxisforschung in der Kindheitspädagogik braucht starke Partner auf beiden Seiten.

 

kindergarten heute

In kindergarten heute erscheinen seit 2016 regelmäßig Artikel über die Arbeit der BAG BEK e.V.  Zunächst stellte Prof. Dr. Petra Strehmel die BAG BEK e.V. vor, darauf folgen nun Artikel der Arbeitsgemeinschaften.

Strehmel, Petra (2016): BAG-BEK. Profil und Zielsetzung. In: kindergarten heute, 11-12/2016, S. 33.

Dreyer, Rahel; Lechner, Helmut, Boekhoff, Jannes (2017): Zeit zu handeln - für mehr Qualität. In: kindgerten heute: 8/2017, S. 44. [AG Berufspolitik]

 

Staatliche Anerkennung von Kindheitspädagoinnen und Kindheitspädagogen 2014

Stieve, C., Worsley, C., Dreyer, R. (2014): Staatliche Anerkennung von Kindheitspädagoginnen und -pädagogen. Dokumentation der Einführung einer neuen Berufsbezeichnung in den deutschen Bundesländern. Hrsg. v. Studiengangstag Pädagogik der Kindheit/ Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit.