Aktuelles zur AG Kinder und Familien mit Fluchterfahrung

Die AG trifft sich wieder auf der nächsten BAG-BEK-Tagung im Frühjahr 2017.

AG Kinder und Familien mit Fluchterfahrung

 

Selbstverständnis, Ansatz und Ziele

Noch nie war in den vergangenen Jahren in Deutschland die Zahl der Asylbewerber so hoch wie im Jahr 2015. Ca. ein Drittel der Flüchtlinge sind Kinder. Ein sehr großer Teil von ihnen wird von Eltern begleitet. Von diesen begleiteten minderjährigen Flüchtlingen sind viele noch nicht in den Kindertageseinrichtungen angekommen, auch wenn die Zahl der Anmeldungen inzwischen zunimmt. Kinder mit Fluchterfahrung haben individuelle Bedürfnisse wie andere Kinder auch. Ihre  Erfahrungen und Erlebnisse im Heimatland, auf der Flucht und hier bei uns in Deutschland prägen sicher einen Teil ihrer Bedürfnisse; die Bedürfnisse sind jedoch nicht grundsätzlich verschieden. Pädagogische Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen verfügen bereits über breite Erfahrungen im Umgang mit Vielfalt, auf die sie bei der Arbeit mit geflüchteten Kindern zurückgreifen können. Etwaige Unsicherheiten müssen thematisiert und notwendige zielgruppenspezifische Kompetenzen, zum Beispiel im Bereich traumasensible, kultursensible und transitionssensible Pädagogik, (weiter-) entwickelt werden. Dies führt auch zu neuen und erweiterten Überlegungen bzgl. der Ausbildung pädagogischer Fachkräfte, sei sie an Fachschulen, Fachhochschulen oder Universitäten angesiedelt, sowie zu neuen Ideen und Konzepten für die Fort- und Weiterbildung.

In der AG Kinder und Familien mit Fluchterfahrung der Bundesarbeitsgemeinschaft Bildung und Erziehung in der Kindheit e.V. soll dieses Thema gebündelt und diskutiert werden. Folgende Ziele und Aufgaben können noch präzisiert werden:

  • Fachliche Grundlagen zusammentragen, weiterentwickeln und der Fachöffentlichkeit präsentieren, z.B.:

- Thema im Kontext von Diversität/Inklusion

- Umgang mit (Alltags-) Rassismus

- Verbesserung der Qualitätsstandards

- Zugänge zu (frühkindlichen) Bildungseinrichtungen – gute Orte für Kinder

  •  Überblicke zur Verfügung stellen, z.B.:

- rechtliche Situation

- zentrale Projekte und Veranstaltungen

- Materialien und Literatur

- Best practice-Beispiele

  • Konsequenzen für Aus-, Fort- und Weiterbildung diskutieren
  • Forschungs- und Entwicklungsbedarfe benennen
  • Bundesweite Vernetzung zum Thema vorantreiben

 

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Irit Wyrobnik / Mai 2016

 

 

 

AG-Sprecherinnen: Prof. Dr. Irit Wyrobnik (Hochschule Koblenz) und Magda Göller (Pestalozzi-Fröbel-Verband e.V., Berlin)

Kontakt zur AG: ag-fluechtlinge(at)bag-bek.de